Wie prüfe ich eine Runde selbst nach?
Das Casino erzeugt vor dem Spiel einen Server-Seed und veröffentlicht nur dessen Hash, meist SHA-256. Sie liefern oder bestätigen einen Client-Seed. Jede Runde kombiniert beide Seeds mit einer hochzählenden Nonce, üblicherweise über HMAC-SHA256, und das Ergebnis wird auf den Ausgang abgebildet. Wenn Sie den Seed wechseln, gibt das Casino den alten Server-Seed frei. Ein SHA-256 davon muss den vorher veröffentlichten Hash zeichengenau reproduzieren — sonst wurde nachträglich etwas verändert.

Provably Fair ist ein kryptografisches Verfahren, mit dem ein Spieler beweisen kann, dass das Casino den Ausgang einer Wette nach der Wettabgabe nicht mehr verändert hat. Mehr ist es nicht, und weniger auch nicht — der Satz ist eng, und genau diese Enge macht ihn überprüfbar.
Wichtig ist die Reihenfolge. Der Hash des Server-Seeds wird vor der ersten Runde veröffentlicht, nicht danach. Eine Festlegung, die nachträglich bekannt gegeben wird, ist keine Festlegung. Alles, was den Nachweis trägt, hängt an dieser einen zeitlichen Bedingung.
Diese Seite zeigt den Ablauf Schritt für Schritt und danach die Liste dessen, was das Verfahren ausdrücklich nicht abdeckt. Die zweite Liste ist die längere, und sie ist der Grund, warum ein Provably-Fair-Siegel allein noch keine Aussage über einen Betreiber ist.
Was zwischen Ihnen und dem Server tatsächlich passiert
Vor der Runde erzeugt der Server eine zufällige Zeichenkette, den Server-Seed. Veröffentlicht wird davon nur der Hash. Ein Hash lässt sich nicht rückwärts auflösen, aber er lässt sich nachrechnen — das ist die ganze Idee der Festlegung: Der Betreiber ist auf einen Wert festgelegt, den Sie noch nicht kennen.
Dazu kommt der Client-Seed. Ihn liefern Sie, oder Sie übernehmen den Vorschlag der Seite. Beides ist technisch möglich, aber nicht gleichwertig: Der Betreiber wählt den Server-Seed vor der Festlegung, und wenn er zusätzlich den Client-Seed vorgibt, kennt er beide Hälften. Ein selbst gesetzter Client-Seed ist das, was die Festlegung bindend macht.
Jede einzelne Runde kombiniert Server-Seed, Client-Seed und eine Nonce, die mit jeder Wette um eins hochzählt — üblicherweise über HMAC-SHA256. Die entstehenden Bytes werden auf den Ausgang des Spiels abgebildet. Dieselben drei Werte ergeben immer dasselbe Ergebnis, und genau deshalb ist die Runde nachrechenbar.
Der Ablauf einer eigenen Prüfung
Die Einstellungen liegen in der Spieloberfläche, meist hinter einem Fairness- oder Zahnradsymbol: aktueller Server-Seed-Hash, Client-Seed, Nonce und eine Schaltfläche zum Wechseln der Seeds. Ohne diesen Wechsel gibt es nichts zu prüfen — erst er gibt den alten Server-Seed frei.
Nach dem Wechsel haben Sie vier Werte in der Hand: den freigegebenen Server-Seed, den vorher veröffentlichten Hash, Ihren Client-Seed und die Nonce der Runde, die Sie prüfen wollen. Erster Schritt: SHA-256 über den freigegebenen Seed bilden und mit dem alten Hash vergleichen. Stimmen sie nicht zeichengenau überein, ist die Prüfung an dieser Stelle beendet.
Zweiter Schritt: HMAC-SHA256 mit denselben drei Werten neu berechnen und auf den Ausgang abbilden. Dafür gibt es quelloffene Prüfseiten, die der Betreiber nicht kontrolliert — und genau die sollten Sie nehmen. Ein Rechner, der auf der Domain des Casinos liegt, prüft das Casino mit dem Werkzeug des Casinos.
Was der Nachweis ausdrücklich nicht abdeckt
Er sagt nichts über den Hausvorteil. Ein Spiel kann vollständig nachprüfbar sein und trotzdem deutlich weniger auszahlen als die Konkurrenz. Die Fairness des Verfahrens ist nicht die Großzügigkeit der Auszahlung, und diese beiden Dinge werden im Marketing regelmäßig zusammengeworfen.
Er sagt nichts über Zahlungsfähigkeit, Lizenz oder die Bereitschaft, eine Auszahlung auch tatsächlich freizugeben. Eine nachgerechnete Runde ist eine Aussage über eine Runde, nicht über ein Unternehmen.
Er deckt außerdem nur Spiele ab, deren Ausgang der Betreiber selbst erzeugt: Dice, Crash, Plinko, Mines, einige Kartenspiele. Slots externer Studios funktionieren anders — ihre Zufallserzeugung wird von Prüflaboren zertifiziert. Das ist eine andere Zusicherung mit einer anderen Schwachstelle, und sie lässt sich vom Spieler nicht nachrechnen.
Und eine geprüfte Runde ist eine geprüfte Runde. Ob die Verteilung über Tausende von Runden stimmt, zeigt sich erst über Tausende von Runden. Die meisten Spieler prüfen genau eine — was besser ist als keine, aber nicht dasselbe wie eine statistische Aussage.
Was die AGB von dem Nachweis wieder zurücknehmen
In den Verträgen der Betreiber stehen regelmäßig Klauseln, die Wetten für ungültig erklären können, die der Betreiber als fehlerhaft ansieht, die Fehlfunktionen korrigieren und die Schließung von Konten erlauben. Ein nachgerechnetes Ergebnis hebt diese Klauseln nicht auf.
Das ist kein Widerspruch, sondern eine Rangfolge: Der kryptografische Nachweis betrifft die Erzeugung des Ergebnisses, die AGB betreffen seine Auszahlung. Deshalb steht auf dieser Seite bei jedem Betreiber der Abschnitt zur Auszahlung neben dem Fairness-Merkmal — und deshalb ist «Provably Fair» in unseren Bewertungen ein Merkmal und keine Note.
In der Tabelle dieser Seite tragen 20 von 52 Betreibern dieses Merkmal. Für die übrigen ist es nicht gesetzt, und das heißt: nicht gelesen. Es heißt nicht, dass es die Funktion dort nicht gibt.
Fragen zu dieser Seite
Brauche ich Programmierkenntnisse, um eine Runde nachzurechnen?
Nein. Sie brauchen die vier Werte aus der Fairness-Ansicht und eine quelloffene Prüfseite, die SHA-256 und HMAC-SHA256 rechnet. Der Vergleich des Hashes ist ein Blick auf zwei Zeichenketten.
Warum muss ich die Seeds wechseln, bevor ich prüfen kann?
Weil erst der Wechsel den alten Server-Seed freigibt. Solange er in Gebrauch ist, kennen Sie nur seinen Hash — und ohne den Seed selbst gibt es nichts, wogegen sich der Hash prüfen ließe.
Ist ein Provably-Fair-Casino automatisch seriös?
Nein. Das Verfahren belegt, dass ein Ergebnis vor der Wette festgelegt war. Über Lizenz, Zahlungsfähigkeit und Auszahlungspraxis sagt es nichts — dafür sind der Lizenzeintrag und der Auszahlungsteil der AGB zuständig.
Gilt der Nachweis auch für Slots?
Für Slots externer Studios nicht. Deren Zufallserzeugung liegt beim Studio und wird von Prüflaboren zertifiziert. Nachrechenbar für den Spieler sind nur die Spiele, deren Ausgang der Betreiber selbst erzeugt.